Was ist eine distale Pankreatektomie, wann wird die Milz erhalten?
Die distale Pankreatektomie ist ein Eingriff, der bei Befunden im Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse angewendet wird, wenn Bildgebung und Beurteilung eine Resektion nahelegen. Ob die Milz erhalten werden kann, hängt davon ab, ob der Befund gutartig oder mit niedrigem Risiko einzustufen ist, wie er zu den Milzgefäßen liegt und über welche Erfahrung das chirurgische Team verfügt. In ausgewählten, gutartigen oder risikoarmen Fällen kann ein Milzerhalt erwogen werden; bei invasivem Krebs oder wenn eine onkologisch weitreichende Entfernung erforderlich ist, wird die Milz meist zusammen mit dem Pankreasgewebe entfernt.
Die distale Pankreatektomie ist die chirurgische Entfernung von Körper und/oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse. Wird eine Operation wegen einer Zyste, eines Tumors oder eines anderen Befundes in diesem Bereich erwogen, fragen Patientinnen und Patienten häufig, ob dabei auch die Milz entfernt werden muss. Zu verstehen, wie diese Entscheidung getroffen wird, kann helfen, dem weiteren Verlauf gelassener zu folgen.
Bei welchen Befunden kommt sie infrage?
Zystische Läsionen im Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse (etwa bestimmte IPMN-Formen, muzinös-zystische Neoplasien), neuroendokrine Tumoren oder exokrine Tumoren können Anlass für die Erwägung einer distalen Pankreatektomie sein. Die Art des Befundes wird mittels Bildgebung (CT, MRT/MRCP) und bei Bedarf Endosonografie zu klären versucht, doch die endgültige Gewebediagnose zeigt sich meist erst in der pathologischen Untersuchung nach der Operation.
Warum wird ein Milzerhalt angestrebt?
Die Milz spielt eine Rolle im Immunsystem, und ihr Erhalt kann, wenn möglich, dazu beitragen, den Schutz gegen bestimmte Infektionen aufrechtzuerhalten. Ein Milzerhalt ist jedoch nicht in jedem Fall technisch möglich oder onkologisch sinnvoll; die Entscheidung richtet sich daher nach der Art des Befundes und den Beobachtungen während der Operation.
Faktoren, die die Entscheidung zum Milzerhalt beeinflussen
- Die Wahrscheinlichkeit, dass der Befund gutartig, mit niedrigem Risiko behaftet oder invasiv/hochrisikobehaftet ist
- Die Nähe und Beziehung des Befundes zu den Milzgefäßen (A./V. splenica)
- Ob onkologisch eine ausgedehnte Lymphknotenentfernung erforderlich ist
- Ob der Eingriff laparoskopisch/robotisch oder offen durchgeführt wird, und die Erfahrung des chirurgischen Teams in diesem Bereich
- Die während der Operation festgestellten anatomischen Gegebenheiten; die ursprüngliche Planung kann sich je nach intraoperativem Befund ändern
Worauf ist bei erhaltener Milz zu achten?
Bleibt die Milz erhalten, wird die Unversehrtheit der versorgenden Gefäße sorgfältig überprüft; kommt es zu einer Durchblutungsstörung, kann die Milzfunktion beeinträchtigt sein. Der Milzerhalt ist daher als ein vor der Operation geplantes, aber je nach intraoperativem Befund veränderliches Ziel zu verstehen.
Was ändert sich, wenn die Milz entfernt wird?
Bei Verdacht auf invasiven Krebs oder wenn eine onkologisch ausgedehnte Entfernung erforderlich ist, kann die Milz zusammen mit dem Pankreasgewebe entfernt werden. Nach Entfernung der Milz wird der Schutz vor bestimmten Infektionen individuell vom Team geplant; diese Planung kann Impfschutz und im Bedarfsfall eine frühzeitige ärztliche Abklärung umfassen und wird gemeinsam mit Alter und Allgemeinzustand der Patientin bzw. des Patienten festgelegt.
Nachsorge nach der Operation
In der postoperativen Phase wird engmaschig auf Pankreasfistel, Blutung und Infektion geachtet. Das Pathologieergebnis klärt die genaue Art des Befundes und einen möglichen weiteren Behandlungsbedarf. Auch die Auswirkung des verbleibenden Pankreasgewebes auf Verdauung und Blutzuckerregulation gehört zur Nachsorge.
Nach einer distalen Pankreatektomie sollte bei folgenden Anzeichen keine Zeit verloren werden
- Fieber und Schüttelfrost (Verdacht auf Infektion oder Abszess)
- Zunehmende, anhaltende Bauchschmerzen nach der Operation
- Plötzlicher Anstieg der Drainageflüssigkeit, Farbveränderung oder üblen Geruch
- Bei entfernter Milz: rasch fortschreitende Infektionszeichen mit hohem Fieber
- Atemnot, Herzrasen oder plötzliche Schwellung eines Beins (Verdacht auf Thrombose)
Kaynaklar / Sources
- International Study Group of Pancreatic Surgery (ISGPS). Distal pancreatectomy ile ilgili konsensus tanım ve öneriler.
- ESMO. Clinical Practice Guideline: Pancreatic Cancer (güncel özet sayfası).
- International Association of Pancreatology. Kyoto Guidelines 2024 for the management of IPMN of the pancreas.
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