Distale Pankreatektomie: Chirurgie von Korpus und Schwanz

Die distale Pankreatektomie bei Befunden in Korpus und Schwanz ist weniger umfangreich als die Chirurgie des Pankreaskopfes; der Verdauungsweg muss nicht neu verbunden werden. Dennoch bleibt der Sekretaustritt aus der Schnittfläche der Bauchspeicheldrüse – die Pankreasfistel – die häufigste Komplikation. Umfang des Eingriffs, Erhalt der Milz und Genesungsverlauf hängen von Art und Lage des Befunds sowie vom Zustand der Patientin oder des Patienten ab.

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Kurzantwort

Bei der distalen Pankreatektomie werden Korpus und Schwanz der Bauchspeicheldrüse entfernt. Bei bösartigen oder risikoreichen Befunden werden aus onkologischen Gründen häufig Milz und umgebendes Lymphgewebe mitentfernt. Bei gutartigen oder risikoarmen Befunden in geeigneter Lage kann der Erhalt der Milz erwogen werden. Wird die Milz entfernt, plant die Ärztin oder der Arzt Impfungen und Infektionsschutz. Nicht alle Betroffenen benötigen danach Enzympräparate oder entwickeln Diabetes; der Bedarf richtet sich nach der Funktion des verbliebenen Gewebes.

Wann wird sie durchgeführt?

  • Resektabler Krebs von Pankreaskorpus oder -schwanz
  • Zystische Läsionen und IPMN mit Hochrisikomerkmalen
  • Muzinös-zystische Neoplasien
  • Neuroendokrine Tumoren
  • Manche gutartige Befunde mit Beschwerden oder Komplikationen
  • Ausgewählte Fälle von chronischer Pankreatitis und Verletzungen

Was geschieht während der Operation?

Die Bauchspeicheldrüse wird an geeigneter Stelle durchtrennt und der Korpus-Schwanz-Abschnitt entfernt. Die Schnittfläche wird mit Klammernaht oder Nähten verschlossen. Bei bösartigen Befunden werden Milz, Milzgefäße und umgebendes Lymphgewebe meist mitentfernt, da der Lymphabfluss dieser Region entlang der Milzgefäße verläuft.

Bei gutartigen oder risikoarmen Befunden können Techniken mit Erhalt der Milzgefäße oder Versorgung über die kurzen Magengefäße eingesetzt werden. Ein Milzerhalt ist nicht immer möglich; die Nähe zu den Gefäßen und die Befunde während der Operation sind entscheidend.

SituationVorgehenHinweis
Bösartiger BefundResektion mit Milz und LymphgewebeOnkologisch erforderlich
Gutartiger / risikoarmer BefundMilzerhalt kann erwogen werdenAbhängig von Anatomie und Lage
Minimalinvasive TechnikLaparoskopisch oder robotisch in ausgewählten FällenErfahrung des Teams, Art des Befunds
Bei MilzentfernungImpf- und InfektionsplanÄrztlich festgelegt

Worauf ist nach Milzentfernung zu achten?

Die Milz trägt zur Abwehr bekapselter Bakterien bei. Nach einer Splenektomie werden Impfungen gegen Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae Typ b sowie ein Plan für die frühzeitige Vorstellung bei Infektzeichen ärztlich festgelegt. Bei Fieber und Schüttelfrost sollte umgehend eine Beurteilung erfolgen.

Risiken und mögliche Probleme

Eine Fistel wird meist mit Drainagekontrolle und Ernährungsanpassung behandelt; teils ist eine interventionelle Drainage nötig. Die Häufigkeit unterscheidet sich je nach Person und Befund.

  • Sekretaustritt aus der Schnittfläche (Pankreasfistel)
  • Flüssigkeitsansammlung und Abszess im Bauchraum
  • Blutung
  • Nach Milzentfernung erhöhte Infektanfälligkeit und erhöhte Thrombozytenzahl
  • Schwankender Blutzucker je nach Menge des entfernten Gewebes
  • Bei manchen Betroffenen Aufnahmestörungen mit Enzymbedarf

Ernährung, Enzyme und Blutzucker danach

Nach der distalen Pankreatektomie normalisiert sich das Essen meist rasch. Enzyme werden nur bei Zeichen einer gestörten Aufnahme ergänzt und sind nicht für alle nötig. Ob ein Diabetes entsteht, hängt vom Umfang des entfernten Gewebes und der Funktion vor der Operation ab; deshalb wird der Blutzucker in den ersten Monaten regelmäßig kontrolliert.

Nach ERAS-Prinzipien werden frühe Mobilisation, früher Kostaufbau und wirksame Schmerzkontrolle umgesetzt. Bei onkologischer Diagnose legt das interdisziplinäre Board weitere Therapie und Nachsorge anhand des Pathologiebefunds fest.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Bei bösartigen oder risikoreichen Befunden werden Milz und Lymphgewebe aus onkologischen Gründen mitentfernt. Bei gutartigen, günstig gelegenen Befunden kann ein Erhalt erwogen werden; die Entscheidung kann sich nach den Befunden während der Operation ändern.

Quellen

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Letzte Aktualisierung: 14. September 2026Medizinische Inhaltsprüfung: Op.Dr.Gökhan ATEŞ